Barajas – Kreativer Zeitvertrieb

Der Abflug vom Flughafen Havanna José Martí mit Destination Paris hatte Verspätung, und bei der Zwischenlandung am Flughafen Madrid Barajas waren die Anschlussflüge weg. Auf der Anzeigetafel sah ich mehrere Flüge nach Zürich. Ich meldete mich bei der Schalterbeamtin für die Buchung auf den nächsten Flug. Beim Sichten meines Tickets zog sich ihre Stirn in Falten. Ja, das gehe leider nicht. Der nächste Flug für Passagiere mit reduzierten Tickets starte in sechs Stunden.

 

Gestrandet im Transit

Sechs Stunden warten! Meine Laune sank auf den Nullpunkt.

 

 

Trotzig liess ich mich in einen Sitz fallen, in der Hoffnung die Wartezeit mit etwas Schlaf zu verkürzen. Das Resultat war frustrierend. Nicht ausgeruht, dafür Nackenstarre. Heute war definitiv nicht mein Tag.

 

Letzter Versuch

Kurzfristig kam Leben in die Transithalle. Passagiere warteten, bis eine Hostess einen kleinen Schalter öffnete und   die Tickets kontrollierte. Anschliessend begleitete sie die Passagiere zum Ausgang, wo ein Bus für den Transport zum Flugzeug wartete.

Bevor sie sich aus der Transithalle entfernte, sprach ich sie an. Ob sie sich nach einem früheren Flug erkundigen könne, das wäre mir eine grosse Hilfe. Sie warf einen Blick auf mein Ticket. Flüge habe es und freie Plätze habe es auch, aber mein vergünstigtes Ticket sei für diese Flüge nicht gültig. Auch nicht gegen Aufpreis, wollte ich wissen? Auch nicht gegen Aufpreis, das sei endgültig.

 

Nächster Schritt, der Gang zu den Toilettenräumen

 

 

Beim Händewaschen ein kurzer Blick in den Spiegel. Was ich da sah, konnte ich kaum fassen. Ein Griff in die Fototasche und ein erneuter Blick in den Spiegel, diesmal mit Kamera. Ich entdeckte von neuem die spielerische Seite des  Fotografierens.

 

 

Die Jagd nach Motiven begann. Zur spielerischen Seite gesellte sich die Faszination für das Experimentieren. Die Zeit verflog im Nu.

 

„Mein“ Flug nach Zürich wurde aufgerufen. Eine leise Melancholie umgab mich, als ich einen letzten Blick in die Transithalle warf. So wie ich am Anfang in Wut und Trotz verharrte, hatte ich am Ende diesen speziellen Ort lieb gewonnen.